WISAG präsentiert Ergebnisse des Nachhaltigkeitsradars

Mieter ziehen nachhaltig betriebene Immobilien nachhaltig gebauten vor, wenn sie sich zwischen beiden Arten von Nachhaltigkeit entscheiden müssten. Der Einfluss der Mieter auf nachhaltige Aspekte des Gebäudebetriebs hält sich jedoch in Grenzen. Das sind zwei wesentliche Erkenntnisse des Nachhaltigkeitsradars 2016, dessen Ergebnisse die WISAG Facility Service Holding GmbH nun veröffentlicht hat. Jährlich befragt der Immobilienspezialist die Branche zu Trends bei der nachhaltigen Immobilienbewirtschaftung. Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen des Weiteren: Sowohl der Bedarf an nachhaltig betriebenen als auch der Bedarf an nachhaltig errichteten Gebäuden (Green Buildings) ist größer als das Angebot.

„Der Gebäudebetrieb bietet zahlreiche Stellschrauben, mit denen die nachhaltige Performance von Immobilien erhöht werden kann. Die Performance einer grünen Gebäudehülle ist dagegen festgelegt“, betont Projektleiter Holger Kube von der 2COM, dem Beratungsunternehmen der WISAG Facility Service Holding. So lasse sich erklären, dass bei den Mietern der grüne Betrieb beliebter ist als die zertifizierte Gebäudehülle. Nicht nur die Mieter selbst haben dies mit ihrer Antwort deutlich gemacht: Auch die Gesamtheit der befragten Marktakteure, darunter unter anderem Facility Manager, Eigentümer und Property Manager, ist der Meinung, dass die Mieter der grünen Bewirtschaftung den Vorzug geben würden. Fast ein Drittel der insgesamt 463 Teilnehmer hat sich bei der Umfrage für den nachhaltigen Betrieb entschieden, nur etwa ein Achtel für den grünen Bau. Dem Idealbild der Mieter entspricht eine Kombination beider Nachhaltigkeitsarten – nahezu die Hälfte aller Teilnehmer wählte diese Antwortmöglichkeit. „Das Potenzial einer nachhaltig gebauten Immobilie kann nur durch eine nachhaltige Bewirtschaftung voll entfaltet werden“, erklärt Holger Kube.

Der Mieter im Blickfeld – aber nicht im Fokus

Um Mieter zu binden, werden Immobilien zunehmend nachhaltig ausgerichtet. Diese Aussage lässt sich gemäß der Studie grundsätzlich treffen. Eigentümer stimmen dieser These jedoch vergleichsweise zurückhaltend zu. Haben im Gegenzug die Mieter die Möglichkeit, auf nachhaltige Aspekte des Gebäudebetriebs Einfluss zu nehmen? An der Bewertung der verschiedenen Marktakteure wird deutlich, dass sich der Einfluss der Mieter in Grenzen hält. Zudem untersuchte das Nachhaltigkeitsradar, ob Eigentümer ihre Chance nutzen und angemessen auf den Bedarf an nachhaltigen Immobilien reagieren. Die Gesamtheit der Marktakteure sowie die Mieter allein sagten übereinstimmend: „Nein“. Der Bedarf an nachhaltigen Immobilien ist sehr viel höher als das Angebot. Über 80 Prozent der Teilnehmer teilen diese Meinung in Bezug auf nachhaltig bewirtschaftete Objekte, rund 90 Prozent in Bezug auf Green Buildings.

„Immobilien lassen sich schnell und mit einfachen Mitteln grün bewirtschaften“, sagt Holger Kube. Vor dem Hintergrund, dass der Bedarf an nachhaltigen Gebäuden noch nicht gedeckt ist, könnten sich die Eigentümer über diesen Weg einen großen Wettbewerbsvorteil verschaffen. „Grüner Betrieb dient jedoch nicht nur der Mieterbindung, auch Preisabschläge bei der Vermietung sind damit vermeidbar“, so Kube weiter. Denn wie im Vorjahr sind auch diesmal die Teilnehmer der Ansicht, dass konventionell bewirtschaftete Immobilien heute schon nicht mehr ohne Preisabschlag vermietbar sind. Aktuell glaubt das fast ein Viertel der Marktakteure.

Die vollständigen Ergebnisse einschließlich Informationen zur Methodik der Studie veröffentlicht die WISAG unter www.nachhaltigkeitsradar.de

Neue Befragungsrunde online

Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Ergebnisse aus dem Jahr 2016 startete die WISAG in die neue Befragungsrunde. Bis Mitte Mai 2017 haben Interessierte aus der Immobilienbranche die Möglichkeit, ihre Meinung und ihre Erfahrungen im Hinblick auf nachhaltige Immobilienbewirtschaftung in die Trendstudie einzubringen. Themenschwerpunkt in diesem Jahr: die verschiedenen Assetklassen und deren Anforderungen an Nachhaltigkeit.

Link zur Befragung:
www.nachhaltigkeitsradar.de/umfrage